Irgendwo im Schrank oder in einer Schublade liegt oft eine Schachtel voller Weihnachtskarten aus früheren Jahren. Man hat sie aufgehoben, weil sie schön waren oder weil ein lieber Mensch sie geschrieben hat. Doch die Schachtel wächst mit jedem Dezember ein Stück weiter. Jetzt im Sommer, wenn Weihnachten noch weit weg ist, hat man Ruhe, sie durchzusehen. Das geht ohne Hektik und ohne die Stimmung der Festtage.
Setze dich mit der Schachtel an einen grossen Tisch und lege alle Karten nebeneinander. Lies die Grüsse in Ruhe, so wie du es früher beim ersten Öffnen getan hast. Manche Texte rufen sofort ein Bild in den Kopf, andere sind nur noch Namen unter einem Satz. Beides ist nach vielen Jahren ganz normal. Am Ende weisst du genau, welche Karten dir etwas bedeuten.
Behalten, was etwas erzählt
Karten mit persönlichen Zeilen, einem besonderen Bild oder einer kleinen Zeichnung eines Kindes verdienen einen Platz. Standardkarten mit einem gedruckten Gruss und nur einer Unterschrift darfst du ruhig gehen lassen. Wenn du unsicher bist, lege die Karte auf einen Stapel für später. Nach einer Weile fällt die Entscheidung meist leichter. Wichtig ist, dass am Ende nur bleibt, was dich wirklich freut.
Die behaltenen Karten brauchen einen guten Ort. Eine flache Schachtel mit Deckel oder eine Mappe schützt vor Knicken und Staub. Bewahre sie nicht im Estrich oder Keller auf, wo Feuchtigkeit das Papier angreifen kann. Ein Fach im Wohnungsinneren tut ihnen besser. Lege die Karten grob nach Jahren, damit später klar ist, wann was geschrieben wurde.
Manche Karten lassen sich weiterverwenden. Schöne Motive kannst du ausschneiden und als Geschenkanhänger nutzen. Andere eignen sich für Kinderbasteleien oder als Lesezeichen in einem Buch. Auch als kleine Dekoration auf einer Fensterbank oder an einer Schnur machen sie im Dezember etwas her. So bekommen die Karten wieder eine Aufgabe, statt still in der Schachtel zu liegen.
Wenn alles sortiert ist, hilft eine einfache Regel für die Zukunft. Nimm jedes Jahr nur noch eine Handvoll Karten dazu, die du wirklich behalten möchtest. Der Rest darf nach den Festtagen wieder gehen. So wächst die Schachtel nicht mehr unkontrolliert, und der Rückblick bleibt ein kleines Vergnügen. Im Dezember freust du dich dann aufs Durchsehen, statt es zu fürchten.